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in Kooperation mit:ECDABBH

Rund 646 Mio. Euro Bußgeld gegen Stahlhersteller wegen Preisabsprachen bei Quartoblechen

Bußgelder in Höhe von rund 646 Mio. Euro wurden am 12.12.2019 per Entscheidung des Bundeskartellamts (BKartA) gegen drei Stahlproduzenten sowie drei verantwortliche Personen verhängt.

Bußgelder in Höhe von rund 646 Mio. Euro wurden am 12.12.2019 per Entscheidung des Bundeskartellamts (BKartA) gegen drei Stahlproduzenten sowie drei verantwortliche Personen verhängt. Bei den Unternehmen handelt es sich um die Ilsenburger Grobblech GmbH, die thyssenkrupp Steel Europe AG und die voestalpine Grobblech GmbH. Aus der Entscheidung geht hervor, dass zwischen Mitte 2002 und Juni 2016 Absprachen bezüglich Aufpreise und Zuschläge auf Quartobleche getroffen wurden. Die hieran ebenso beteiligte Aktien-Gesellschaft der Dillinger Hüttenwerke hat auf Grund ihrer frühzeitigen Kooperation mit der Behörde einen vollständigen Erlass der Geldbuße erhalten. Bei Quartoblechen handelt es sich um warm-gewalzte Stahl-Flacherzeugnisse, welche vor allem im Stahl-, Brücken- und Hochbau, beim Bau von Schiffen und Druckbehältern, sowie im allgemeinen Maschinenbau und dem Bau von Windtürmen und Pipelines zum Einsatz kommt. Bei den vom Bundeskartellamt beanstandeten Zuschlägen und Aufpreisen, soll es sich vor Allem um Aufpreise für erfüllte Qualitätsmerkmale oder Zusatzleistungen (z. B. Ultraschallprüfungen) handeln. Die Bußgelder sind noch nicht rechtskräftig. Etwaige Einsprüche würden vor dem OLG Düsseldorf verhandelt. 

(Link zur Entscheidung: https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2019/12_12_2019_Quartobleche.html;jsessionid=23EF4C036DEA7CED76F7EA1A100D3C21.1_cid378?nn=3591286)

Dr. Edgar Stieglitz
Dr. Edgar Stieglitz